Bluttransfusionswesen und fremdblutsparende Verfahren

Dieser Apparat (MAT) dient der maschinellen Autotransfusion

Die Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin und Schmerztherapie ist verantwortlich für das perioperative Bluttransfusionswesen und die Durchführung fremdblutsparender Verfahren. Kommt es durch einen Unfall oder während einer Operation zu einem Blutverlust werden zur Kompensation zunächst künstliche Infusionslösungen eingesetzt. Bei größeren Blutverlusten müssen jedoch rote Blutkörperchen, ggf. auch Blutgerinnungsfaktoren und Blutplättchen ersetzt werden. Dies geschieht bei nicht planbaren Operationen durch Blutkonserven und Plasmaprodukte, die wir von den großen Blutspendediensten beziehen. Trotz der heute sehr geringen Risiken, die mit einer Fremdbluttransfusion verbunden sind, bieten wir als fremdblutsparende Methoden die Eigenblutspende und die maschinelle Autotransfusion an. Damit können wir häufig eine Fremdblutgabe vermeiden oder zumindest die Anzahl der zu transfundierenden Fremdblutkonserven verringern.

Eigenblutspende

Die Eigenblutspende ist vor planbaren Operationen mit einem erfahrungsgemäß hohen Blutverlust (z. B. bestimmte orthopädische Operationen) möglich. Dabei wird dem Patienten an zwei Spendetagen (in der Regel im Abstand von einer Woche) jeweils ein halber Liter Blut entnommen und durch eine künstliche Infusionslösung ersetzt. Die so gewonnene Eigenblutkonserve wird mit einer speziellen Nährlösung versetzt und ist so 28 Tage lagerfähig. Eigenblutkonserven dürfen nur für den Spender und nicht für andere Patienten verwendet werden. Unser Eigenblutspenderaum befindet sich neben der Anästhesie-Ambulanz gegenüber der Intensivstation. Die Spendetermine der Eigenblutentnahme werden so geplant, dass die erste Abnahme etwa sechs Wochen vor dem operativen Eingriff erfolgt. Eine Eigenblutspende sollte nicht durchgeführt werden, wenn bestimmte Erkrankungen wie Blutarmut, schwere Erkrankungen des Herzens oder der Lunge und akute Infektionen bestehen.

Maschinelle Autotransfusion

Bei der maschinellen Autotransfusion wird das während der Operation abgesaugte Wundblut mit einem sogenannten „cell saver“ gesammelt, mit steriler heparinisierter (Heparin ist ein Medikament zur Gerinnungshemmung) Kochsalzlösung vermischt, ungerinnbar gemacht und „gewaschen“. Durch Zentrifugation werden die roten Blutkörperchen abgetrennt und können schließlich dem Patienten wieder transfundiert werden. Dieses Verfahren findet vor allem Verwendung bei großen orthopädischen, unfallchirurgischen und gefäßchirurgischen Operationen, aber auch bei Notfalloperationen, bei denen es zu großen Blutverlusten kommen kann. Dagegen kann das Verfahren nicht bei Darmoperationen oder bei Operationen in infizierten oder mit Tumoren befallenen Geweben durchgeführt werden.

Wir beraten Sie gerne, wenn Sie im Vorfeld von Operationen Fragen haben. Natürlich stehen wir Ihnen auch gerne zur Verfügung, wenn Sie aus religiösen Gründen Bluttransfusionen ablehnen und Beratung wünschen.

Kontakt

Sekretariat

Telefon: 0 24 43 / 17 10 14

Telefax: 0 24 43 / 17 13 13

E-Mail an die Klinik