Darmkrebsinformationen von A-Z

Adenom


Ein Adenom ist eine gutartige Wucherung der Schleimhaut, die sich im Magen-Darm-Trakt als sogenannter Polyp entwickelt. Diese Geschwülste können mit der Zeit entarten und einen bösartigen Tumor bilden. Durch die frühzeitige Entfernung der Polypen kann Darmkrebs verhindert werden.

Anamnese


Als Anamnese bezeichnet man die Aufnahme der Krankengeschichte eines Patienten. Die Befragung wird vom Arzt durchgeführt, um aktuelle Beschwerden und deren ursächliche Faktoren zu erfassen. Eine ausführliche Anamnese beinhaltet demnach auch biografische, psychische und soziale Aspekte.

Biopsie


Bei der Biopsie wird Gewebe entnommen und anschließend vom Pathologen oder Histologen untersucht. Die Gewebeentnahme im Darmkrebszentrum erfolgt meist bei der Darmspiegelung, kann aber auch während einer laufenden Operation durchgeführt werden. Ziel der Biopsie ist beispielsweise festzustellen, inwieweit die Krebszellen bösartig sind.

Blutsenkung (BSG)


Diese Untersuchung zeigt, mit welcher Geschwindigkeit die Blutkörperchen in einem Messröhrchen sinken. Sie wird angewendet, da sich bei einigen Patienten anhand einer erhöhten Blutsenkung Krebs feststellen lässt.

Chemotherapie


Die Chemotherapie bei Darmkrebspatienten wird im Falle von Dickdarmkrebs (ab Stadium III) und Mastdarmkrebs (ab Stadium II) angewendet. Das Prinzip der Therapie besteht in der medikamentösen Wachstumshemmung und Zerstörung von Zellen, die sich schnell teilen. Die eingesetzten Medikamente bezeichnet man als Zytostatika.

Man unterscheidet drei Arten von Chemotherapie:

  • neoadjuvante Chemotherapie:
    wird vor der Operation angewendet, um den Tumor und seine Metastasen zu verkleinern und die Operation somit zu erleichtern
  • adjuvante Chemotherapie:
    wird nach erfolgter Tumorentfernung eingesetzt, um den Therapieerfolg zu sichern
  • palliative Chemotherapie:
    wird zur Linderung der Beschwerden und Lebensverlängerung im fortgeschrittenen Stadium der Darmskrebserkrankung eingesetzt

Histologischer Befund


Nach der Untersuchung bzw. der Operation wird die Tumorprobe feingeweblich (histologisch) untersucht. Die Betrachtung erfolgt makroskopisch und mikroskopisch. Dadurch kann festgestellt werden, inwieweit Tumorgewebe vorhanden ist. Der Befund dient als Grundlage für die individuellen Therapiemaßnahmen.

Karzinom


Bösartige Krebszellen werden als Karzinome bezeichnet. Sie entwickeln sich aus gutartigen Darmpolypen (Adenome). Meist dauert die Entartung zwischen fünf und zehn Jahren, sodass durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen eine frühzeitige Erkennung möglich ist.

Klassifizierung


Um das genaue Stadium einer Erkrankung zu ermitteln, werden alle Ergebnisse der Untersuchungen in einem international einheitlichen Schema – der TNM-Klassifizierung – zusammengefasst. Dies ermöglicht eine Zuordnung zu Krankheitsstadien, aus der die individuell für den Patienten geeignete Therapie festgelegt werden kann.

Koloskopie (Darmspiegelung)


Die Koloskopie (Darmspiegelung) stellt die wichtigste Untersuchung im Sinne der Früherkennung von Darmkrebs dar. Mittels Endoskop untersucht der Arzt das Innere des Darms nach Auffälligkeiten und kann an verdächtigen Stellen Proben entnehmen oder vorhandene Polypen direkt entfernen.

Kurative Operation


Das Ziel einer kurativen (heilenden) Operation ist die vollständige Entfernung des Tumorgewebes sowie eventuell vorhandener Metastasen in Lymphknoten oder anderen Organen. Dabei kann, statistisch gesehen, bei etwa zwei Drittel der Patienten die normale Stuhlleerung erhalten bleiben.

Magnetresonanztomografie (MRT)


(auch Kernspintomografie)
Im Gegensatz zur Computertomografie (CT) wird bei dieser Untersuchungsmethode keine Röntgenstrahlung benutzt. Das Prinzip beruht vielmehr auf der Anwendung von kurzfristigen und starken Magnetfeldern und deren Wirkung auf wasserhaltiges Gewebe. Nachweislich wurde festgestellt, dass erkranktes Gewebe mehr Wasser enthält als gesundes. Mittels MRT ist eine optische Unterscheidung möglich, die aus horizontalen, vertikalen und diagonalen Ansichten des Körpergewebes hervorgehen kann.

Metastasen


Metastasen bilden sich, indem lebensfähige Krebszellen sich aus dem sogenannten Primärtumor lösen und über die Lymphflüssigkeit oder das Blut im Körper ausbreiten. Die bösartigen Tochtergeschwülste vermehren sich dadurch und bilden eine Absiedlung, was man als Metastasierung bezeichnet.

Okkultbluttest


Durch den Okkultbluttest kann der Arzt feststellen, ob sich Blut im Stuhl befindet. Der Test zählt zu den wichtigsten Früherkennungsmethoden und verringert bei jährlicher Durchführung das Risiko einer bereits fortgeschrittenen Erkrankung.

Palliative Operation


Befindet sich eine Darmkrebserkrankung bereits in fortgeschrittenem Stadium und Heilungschancen bestehen aus medizinischer Hinsicht nicht mehr, wird oftmals eine palliative Operation durchgeführt. Ziel dieser Operation ist die Lebensqualität zu verbessern, indem Beschwerden gelindert, mögliche Komplikationen verhindert bzw. die Lebenserwartung verlängert wird.

Polypektomie


Die rechtzeitige Entfernung von Polypen kann Darmkrebs verhindern. Die Entfernung wird meist schon während der Darmspiegelung vorgenommen, was man als Polypektomie bezeichnet. Bei dem endoskopischen Eingriff wird eine Drahtschlinge um den Polypen gelegt, zugezogen und unter Hochfrequenzstrom gesetzt. Dadurch wird der Polyp entfernt und die Blutgefäße gleichzeitig durch Hitzeeinwirkung verschlossen. Das entfernte Gewebe wird anschließend im Labor auf Krebszellen untersucht.

Positronenemissionstomografie (PET)


Zellen, die besonders aktiv sind, haben einen erhöhten Energiebedarf, der vor allem durch den körpereigenen Traubenzucker gedeckt wird. Bei dieser Untersuchungsmethode wird dem Patienten daher leicht radioaktiv angereicherter Traubenzucker verabreicht, wodurch der Arzt erkennen kann, in welchen Arealen erhöhter Zuckerstoffwechsel stattfindet. Die PET findet häufigen Einsatz bei der Suche nach möglichen Metastasen und verhilft zu einer besseren Einschätzung des Therapieerfolgs.

Sonografie/Endosonografie


(Ultraschalluntersuchung) Bei der Sonografie werden die Organe des Bauchraums und die Lymphknoten auf Veränderungen hin untersucht. Dabei kann festgestellt werden, ob sich Metastasen gebildet haben. Eine spezielle Form stellt die Endosonografie dar, bei der der Arzt sich per Ultraschall ein genaueres Bild der Erkrankung im Mastdarm machen kann.

Staging


Ist ein Patient an Darmkrebs erkrankt, wird auf der Basis verschiedener Untersuchungen das Stadium des Tumors bestimmt. Diese Stadieneinteilung nennt man Staging. Dabei wird festgehalten, wie bösartig der Krebs ist, wo er sich befindet und inwieweit er sich über die Darmgrenzen hinaus ausgebreitet hat. Das Staging ist besonders wichtig, weil daraus die für den Patienten richtige Therapieoption abgeleitet wird.

Stoma

Als Stoma wird ein künstlicher Darmausgang bezeichnet. Oftmals wird dieser vorübergehend angelegt, wenn der Tumor den Mastdarm besonders nah am After befallen hat und der Chirurg den Schließmuskel bei der Operation entfernen muss. Für viele Patienten bedeutet ein künstlicher Darmausgang nicht nur eine enorme körperliche Umstellung, sondern oftmals eine hohe psychische Belastung, auch wenn ein Stoma tatsächlich keine Einschränkung im Alltag bedeutet.

Die Sanitätshaus Dr. Wehner GmbH im Ambulanten Zentrum Mechernich bietet daher Unterstützung durch eine Stomaberatung an. Die Sprechstunde ist jeweils dienstags von 10.00 Uhr – 12.00 Uhr. Mehr Informationen erhalten Sie unter Telefon: 0 24 43 / 48 802.

Strahlentherapie


Die Strahlentherapie (Radiotherapie) wird nur beim Mastdarmkrebs ab dem Stadium II eingesetzt – oftmals in Kombination mit einer Chemotherapie (Radiochemotherapie). Ziel der Therapie ist, durch lokal eingesetzte, ionisierende Strahlung die Krebszellen gezielt abzutöten und den Tumor somit zu verkleinern.

Thorax-Röntgenbild


Ein Thorax-Röntgenbild ist eine Aufnahme des Brustbereichs, bei deren Analyse sich der Arzt vor allem auf Veränderungen an den Lungen konzentriert. Es wird angefertigt, um eventuelle Auffälligkeiten an den Lymphknoten sichtbar zu machen. Denn im Fall von Darmkrebs können sich dort Metastasen bilden, die dann auf dem Röntgenbild zu erkennen sind.

Tumorkonferenz


In der wöchentlich stattfindenden Tumorkonferenz setzen sich die behandelnden Fachärzte zusammen und besprechen für jeden Darmkrebspatienten gemeinsam die individuellen Therapiemaßnahmen.

Tumormarker


Tumormarker sind spezielle Stoffe, die vom Tumor ins Blut abgesondert werden. Der wichtigste Marker für den Darmkrebs ist das CEA (Carcino-embryonales Antigen). Sind vermehrt Marker im Blut vorhanden, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Patient an Darmkrebs erkrankt ist bzw. der Therapieverlauf nicht erfolgreich ist. Jedoch ist dies nicht zwangsläufig der Fall, da erhöhte Werte auch bei gesunden Zellen vorkommen können. Daher sind ergänzende Untersuchungen in die Vorsorge miteinzubeziehen, um eine eindeutige Diagnose abgeben zu können.

Zytostatika


Als Zytostatika bezeichnet man bei der Chemotherapie eingesetzte Medikamente, die meist intravenös verabreicht werden. Über den Blutkreislauf können diese dann vorhandene Tumorzellen angreifen. Die individuelle Medikamentenvergabe wird in der interdisziplinären Tumorkonferenz auf der Grundlage des histologischen Befundes festgelegt.

Medizinische Klinik 1 –
Allgemeine Innere Medizin
und Gastroenterologie

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