• Thomas Hergarten

    Oberarzt
    Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie
    Krankenhaus Mechernich

Kontakt

Krankenhaus Mechernich
Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie
St. Elisabeth-Straße 2–6
53894 Mechernich

Sekretariat: Nathalie Pohl-Possmann
Telefon: 0 24 43 / 17-10 14
Telefax: 0 24 43 / 17-13 13

E-Mail an die Klinik

Sprechzeiten und Terminvereinbarung

Anästhesie-Sprechstunde Mo.–Fr. 10.00 Uhr–14.00 Uhr
Schmerzambulanz Termin nach Vereinbarung unter Telefon 0 24 43 / 17-10 14
Anästhesie-Ambulanz Telefon: 0 24 43 / 17-13 16
Eigenblutspende Termin nach Vereinbarung über die operative Abteilung täglich ab 10.30 Uhr
PDA-Sprechstunde Mo.–Fr. 10.00–14.00 Uhr (ohne Voranmeldung)

Vita

1995–2001 Studium der Humanmedizin, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität, Bonn
2001–2003 Arzt im Praktikum, Klinik für Anästhesiologie, Operative Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie, Krankenhaus Mechernich
2003–2005 Weiterbildungsassistent, Abteilung für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, Malteser Krankenhaus St. Brigida, Simmerath
2005–2007 Weiterbildungsassistent, Kliniken für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin für Erwachsene, Universitätsklinikum Aachen
2007–2010 Facharzt für Anästhesiologie, Klinik für AINS, Krankenhaus Mechernich
2009 Weiterbildungszeit Intensivmedizin, Klinik Operative Intensivmedizin für Erwachsene, Universitätsklinikum Aachen
seit 2009 Leitender Notarzt, Rettungsdienst Kreis Euskirchen
2011-2012 Facharzt für Anästhesiologie, Abteilung für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie, St. Augustinus Krankenhaus, Düren-Lendersdorf
seit 2012 Oberarzt, Klinik für AINS, Krankenhaus Mechernich
seit 2018 Ärztliche Leitung Rettungsdienst, Kreis Euskirchen

Anerkennungen und Qualifikationen

2003 Approbation als Arzt
2003 Fachkunde "Strahlenschutz"
2003 Fachkunde "Arzt im Rettungsdienst"
2007 Facharzt für Anästhesiologie
2007 Kurs "Intensivstransport" nach Empfehlungen der DIVI
2008 Kurs "Leitender Notarzt"
2008 Zusatzbezeichnung Notfallmedizin
2009 Kurs "Ärztlicher Leiter Rettungsdienst"
2011 Zusatzbezeichnung Intensivmedizin
2013 Hygienebeauftragter Arzt
2013 Kurs "PHTLS-Provider"
2016 Kurs "ATLS-Provider"

Mitgliedschaften

  • Marburger Bund
  • Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA)
  • Arbeitsgemeinschaft Notärzte NRW (AGNNW)
  • Bundesverband Ärztliche Leiter Rettungsdienst (BV ÄLRD)

Fachgebiet

  • Anästhesiologie / Voruntersuchung
  • Anästhesiologie / Anästhesie im OP
  • Anästhesiologie / Aufwachraum
  • Anästhesiologie / Akutschmerztherapie
  • Anästhesiologie / Schmerzambulanz
  • Notfallmedizin / Innerklinische Notfallteams
  • Notfallmedizin / Schockraummanagement
  • Krankenhaus Mechernich / Anästhesiologie

Anästhesiologie / Voruntersuchung

Für eine optimale Anästhesie ist die Kenntnis aller Vor- und Begleiterkrankungen erforderlich, die einen Einfluss auf die Wahl oder die Durchführung des Anästhesieverfahrens haben können. Vor einer geplanten Operation ist es daher notwendig, dass Sie von einem Arzt unserer Kliniken untersucht werden. Bei dieser Anästhesie-Voruntersuchung wird nach Ihrer Krankengeschichte gefragt und eine körperliche Befunderhebung durchgeführt. Nach der Untersuchung bespricht der Anästhesist mit Ihnen, welches Anästhesieverfahren für Sie geeignet ist. Neben der klassischen „Vollnarkose“ sind je nach Art der Operation auch andere Betäubungsverfahren wie z. B. Regionalanästhesie oder Kombinationen aus Allgemein- und Regionalverfahren möglich. 

Zudem wird mit Ihnen darüber gesprochen, ob und welche weiteren Maßnahmen während der Operation vom Anästhesisten durchgeführt werden müssen. So ist es beispielsweise bei bestimmten Eingriffen sinnvoll, zu Ihrer Sicherheit spezielle Überwachungsmaßnahmen anzuwenden. 

Bei der Anästhesie-Voruntersuchung erfahren Sie auch, bis wann Sie vor der Operation essen und trinken dürfen und welche Medikamente Sie am Vorabend und am Morgen der Operation einnehmen sollten. 

Gut zu wissen

Bringen Sie bitte ggf. vorhandene Befunde von Ihrem Hausarzt oder persönliche medizinische Unterlagen (z. B. Allergiepass) sowie eine Aufstellung der von Ihnen eingenommenen Medikamente zur Anästhesie-Voruntersuchung mit. 

In der Regel findet die anästhesiologische Voruntersuchung in den Räumlichkeiten der Anästhesieambulanz (gegenüber der Intensivstation) statt. Sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sein bei uns zu erscheinen, kommen wir zu Ihnen auf die Station. Kinder und Jugendliche sowie betreute Personen sollten in Begleitung ihrer Eltern bzw. gesetzlichen Vertreter zur Anästhesie-Voruntersuchung kommen. 

Kontakt Krankenhaus Mechernich:

Sekretariat
Telefon: 0 24 43 / 17-10 14
Telefax: 0 24 43 / 17-13 13

Kontakt Krankenhaus Schleiden:

Prämedikationsambulanz, Frau Sons
Telefon: 0 24 45 / 87-301
Telefax: 0 24 45 / 87-138

Zimmer E.055 (Erdgeschoss), vom Haupteingang aus 3. Flur links 
Montag bis Freitag 9.00 Uhr–11.00 Uhr

Anästhesiologie / Anästhesie im OP

Ein Anästhesist und eine Anästhesie-Pflegekraft sind kontinuierlich an Ihrer Seite und kümmern sich individuell um Ihre Sicherheit. 

Wir betreuen Patienten vor, während und nach Operationen oder diagnostisch-interventionellen Eingriffen im OP-Saal, im Kreißsaal und an weiteren Arbeitsplätzen in den Diagnostikabteilungen. 

Mindestens ein Facharzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin ist immer anwesend, sodass auch außerhalb der normalen Dienstzeiten eine kompetente anästhesiologische Betreuung gewährleistet ist – 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr.

Apparative Ausstattung

Die Patientenüberwachung ist bereits bei kleineren Eingriffen umfassend (kontinuierliche EKG-Ableitung, Messung der Sauerstoffsättigung des Blutes, nicht-invasive Blutdruckmessung). Bei Allgemeinanästhesien messen wir kontinuierlich die Konzentration des eingeatmeten Sauerstoffs, des ausgeatmeten Kohlendioxids und der Inhalationsanästhetika sowie eine Reihe von weiteren Lungenfunktionsdaten. Durch die intraoperative nicht-invasive Ableitung von Hirnströmen (EEG, BIS) können wir die Narkosetiefe überwachen und somit eine intraoperative Wachheit ausschließen. Das Auskühlen des Patienten während der Operation verhindern wir durch moderne Geräte zur Wärmeerhaltung (Warmtouch®, Hotline®-Infusionssystem). 

Bei großen Operationen und/oder sehr kranken Patienten ist es an allen Arbeitsplätzen möglich, eine erweiterte Überwachung (z. B. invasive Blutdruckmessung, Herz-Kreislaufüberwachung mittels PiCCO®-Monitoring oder intraoperativer Herzultraschallüberwachung) durchzuführen. Wie auf der Intensivstation können wir auch im OP erweiterte Therapiemaßnahmen anwenden.

Allgemeinanästhesie (Vollnarkose)

Nachdem die Medikamente zur Narkoseeinleitung über eine Infusionskanüle injiziert wurden, schläft der Patient rasch ein. Sobald die Narkose eingeleitet ist, wird eine Beatmung mit Maske, Kehlkopfmaske oder Tubus durchgeführt. An allen Narkosearbeitsplätzen verwenden wir moderne Inhalationsanästhetika, zudem kann überall eine totale intravenöse Anästhesie (d. h. nur über die Vene) mittels neuester Computertechnologie durchgeführt werden. So stimmen wir die Vollnarkose individuell auf die Bedürfnisse unserer Patienten ab. Am Ende der Operation können wir aufgrund der guten Steuerbarkeit der von uns verwendeten Medikamente die Narkose in der Regel innerhalb weniger Minuten beenden und den Patienten an unser Team im Aufwachraum übergeben.

Regionalanästhesie

Bei allen Operationen, bei denen es möglich ist, bieten wir eine Regionalanästhesie an. Dabei wird nur der zu operierende Körperteil betäubt. Dies erreichen wir durch Injektion eines Lokalanästhetikums über einen feinen Katheter, den wir in der Nähe der betreffenden Nerven (sogenannte Plexusanästhesie eines Armes/Beines) oder des Rückenmarks (Peridural- oder Spinalanästhesie) platzieren. Über diesen „Schmerzkatheter“ kann auch nach der Operation eine sehr effektive Behandlung im Rahmen der Akutschmerztherapie erfolgen. Bei einer Regionalanästhesie kann der Patient während der Operation entweder komplett wach bleiben und z. B. Musik hören oder auf Wunsch mit einem leichten Schlafmittel schlafen. 

Bei bestimmten Eingriffen, z. B. größeren Operationen im Bauch- und Brustkorbbereich oder beim Einsetzen von Knie- oder Schulterprothesen führen wir regelmäßig Kombinationen aus Allgemein- und Regionalanästhesieverfahren durch, um die Vorteile beider Verfahren nutzen zu können.

Anästhesiologie / Aufwachraum

Nach dem Ende der Operation betreuen Sie speziell ausgebildete Anästhesie-Pflegekräfte in unseren Aufwachräumen. Zudem ist ein Facharzt der Klinik für Anästhesiologie vor Ort. Die Aufwachräume unserer Krankenhäuser haben mehrere Plätze, an denen die Überwachung nach der OP kontinuierlich fortgeführt wird.   

Nach Kindernarkosen im Krankenhaus Mechernich ermöglichen wir den Eltern gerne die Anwesenheit im Aufwachraum.   

Im Bedarfsfall können wir bereits im Aufwachraum an jedem Bettplatz erweiterte diagnostische und therapeutische Maßnahmen bis hin zur maschinellen Beatmung ähnlich wie auf der Intensivstation durchführen.   

Erste einsetzende Schmerzen behandlen wir durch intravenöse Medikamente oder Nutzung der zur OP angelegten Schmerzkatheter und leiten ggf. die weitere Betreuung im Rahmen der Akutschmerztherapie ein. Bei subjektivem Wohlbefinden und zuverlässiger Stabilität aller wichtigen Organfunktionen werden Sie in der Regel nach etwa zwei Stunden und nochmaliger Untersuchung durch den Anästhesisten auf Ihre gewohnte Station zurückverlegt. Nach größeren Operationen oder bei Risikopatienten kann auch die Übernahme auf die Intensivstation notwendig sein.

Anästhesiologie / Akutschmerztherapie

Patienten mit chronischen Schmerzen, die sich zu einer eigenen Krankheit entwickelt haben, behandeln wir in unseren Schmerzambulanzen.

Nach Operationen und Verletzungen

Bei Anwendung moderner schmerztherapeutischer Methoden können die meisten Patienten selbst nach großen operativen Eingriffen bereits am Abend des OP-Tages oder spätestens am ersten Tag nach der Operation aus dem Bett mobilisiert werden. Im Falle großer Eingriffe am Darm können Sie dann bereits essen und trinken. Nach größeren Eingriffen werden unsere stationären Patienten durch den Akutschmerzdienst mitbetreut. Durch diesen ist es möglich, spezielle Schmerztherapieverfahren auch auf den Bettenstationen anzuwenden. 

Anästhesie im Kreißsaal

Viele schwangere Frauen wünschen sich Schmerzlinderung unter der Geburt. Im Kreißsaal im Krankenhaus Mechernich können wir zu jeder Zeit eine Periduralanästhesie (PDA) durchführen. Die PDA wird dabei so dosiert, dass die Gebärende in der Regel eine gute Linderung der Wehen spürt, ohne in der Beweglichkeit und Kraft der Bauch- und Beinmuskulatur eingeschränkt zu sein. Somit ist es der werdenden Mutter meistens auch nach der Anlage der PDA möglich umherzulaufen und die gewünschte Gebärposition einzunehmen. 

Zur Planung der Schmerzlinderung unter der Geburt ist es sinnvoll, sich einige Wochen vor dem Geburtstermin in der Anästhesieambulanz beraten zu lassen. Während dieses Gesprächs wird gleichzeitig die anästhesiologische Voruntersuchung durchgeführt. 

Sollte während der natürlichen Geburt oder von vornherein geplant ein Kaiserschnitt notwendig werden, kann dieser häufig ebenfalls unter Teilnarkose durchgeführt werden. Seltene Ausnahmen hiervon sind Kaiserschnitt-Entbindungen, die aufgrund eines Notfalls unter der Geburt sehr rasch durchgeführt werden müssen. Hier kann es notwendig sein, aufgrund des Zeitdrucks eine Vollnarkose durchzuführen.

Anästhesiologie / Schmerzambulanz

In der Schmerzambulanz werden ambulante Patienten mit chronischen Schmerzen behandelt. Hierzu gehören neben vielen anderen Schmerzsyndromen zum Beispiel:

  • chronische Schmerzen des muskulären Bewegungsapparats und des knöchernen Skeletts (Rückenschmerzen, Schmerzen großer Gelenke bei Arthrosen usw.)
  • Kopf- und Gesichtsschmerzen (Migräne, Spannungskopfschmerz, Cluster-Kopfschmerz, Trigeminusneuralgie usw.)
  • sogenannte neuropathische Schmerzsyndrome (z. B. Schmerzen bei Gürtelrose, nach Verletzungen von Nerven, Polyneuropathien bei Diabetes mellitus usw.)
  • Schmerzen bei Tumorerkrankungen   

Allen diesen ist gemeinsam, dass der Schmerz dabei seine ursprüngliche Warn- und Abwehrfunktion für den Körper verloren und sich zu einem komplexen eigenen Krankheitsbild entwickelt hat. Entsprechend der Komplexität arbeiten wir bei der Behandlung in der Schmerzambulanz mit den Hausärzten und anderen Fachärzten und Berufsgruppen (z. B. Orthopäden, Radiologen, Neurologen, Physiotherapeuten, Psychologen) eng zusammen. 

Wir bieten folgende klassische und alternativeschmerztherapeutische Verfahren an:

  • medikamentöse Schmerztherapie
  • Kaudal- bzw. Sakralanästhesien (Sonderform der PDA für Eingriffe im Dammbereich)
  • klassische Plexusanästhesien (Regionalanästhesie von Arm- oder Beinnerven)
  • Neuraltherapie (alternativmedizinischer Ansatz)
  • lokale Anwendung von Lokalanästhetika (Lidocain-Pflaster)
  • Entspannungsverfahren (z. B. progressive Muskelrelaxation)
  • Moxibustion (Wärmebehandlung, Traditionelle Chinesische Medizin)
  • Akupunktur
  • Transkutane Elektrische Nervenstimulation/TENS (Reizstromtherapie)
  • Einleitung und Unterstützung gezielter physiotherapeutischer Maßnahmen
  • Sympathikusblockaden, Stellatumblockaden, GLOA, intravenöse Guanethidinblockaden (Nervenblockaden durch Lokalanästhetikum)   
     

Daneben besteht die Möglichkeit, Schmerzpatienten stationär im Krankenhaus aufzunehmen oder nach einer stationären Behandlung im Krankenhaus über einen ambulanten Pflegedienst wie VIVANT – Ihr Pflegedienst im Kreis Euskirchen auch mit invasiven Schmerztherapieverfahren weiter zu betreuen.

Notfallmedizin / Innerklinische Notfallteams

In akuten, lebensbedrohlichen Notfällen sorgen innerklinische Notfallteams für schnelle und kompetente medizinische Hilfe. 

Das medizinische Notfallteam wird nicht nur bei akut lebensbedrohlichen Erkrankungen der stationären Patienten des Krankenhauses aktiv, sondern kommt natürlich auch ambulanten Patienten, Besuchern und Mitarbeitern zu Hilfe. Das Team verfügt über eine eigens dafür bereitstehende Notfallausrüstung an medizinischen Geräten und Medikamenten. So wird eine Einsatzzeit innerhalb von Sekunden bis wenigen Minuten in jedem Bereich sichergestellt. 

Das Schockraumteam versorgt schwerverletzte Patienten, die in der Regel mit dem Notarztwagen oder Rettungshubschrauber in die Klinik eingeliefert werden. Es setzt sich aus Ärzten und Pflegekräften der Anästhesiologie, der Unfallchirurgie, der chirurgischen Ambulanz, der Allgemeinchirurgie und der Radiologie zusammen. Bei Bedarf werden Vertreter anderer Fachdisziplinen hinzugezogen. Das richtige Schockraummanagement ist ein sehr wichtiger Faktor in der Qualität der klinischen Erstversorgung. 

Im Fall eines Notfalls unter der Geburt gewährleistet das Notsectio-Team im Krankenhaus Mechernich die unverzügliche Entbindung per Kaiserschnitt und die Versorgung des Neugeborenen im eigens für diesen Notfall reservierten Notsectio-OP neben dem Kreißsaal. Für diese Aufgabe stehen rund um die Uhr neben dem Arzt für Anästhesiologie und Intensivmedizin und einer Anästhesiepflegekraft zwei Gynäkologen mit einer Hebamme, ein Kinderarzt mit Kinderkrankenschwester und OP-Pflegepersonal zur Verfügung.

Notfallmedizin / Schockraummanagement

Schwerverletzenversorgung

In Deutschland erleiden jährlich mehr als 30.000 Menschen ein unfallbedingtes, schweres Polytrauma. Darunter versteht man die gleichzeitige Verletzung mehrerer Körperregionen oder Organsysteme, wovon eine oder die Kombination mehrerer Verletzungen lebensbedrohlich ist. Das Trauma ist die häufigste Todesursache der Altersgruppe unter 45 Jahren. Ein hoher Prozentsatz der Polytrauma-Opfer stirbt bereits am Unfallort oder innerhalb der ersten 24 Stunden nach Aufnahme in die Klinik. Wegen dieses engen Zeitrahmens hängt die Überlebens- und Heilungschance von Unfallopfern besonders von der Qualität der klinischen Erstversorgung im sogenannten „Schockraum“ ab.

Schockräume befinden sich sowohl im Krankenhaus Mechernich als auch im Krankenhaus Schleiden.

Schwerpunktkrankenhaus für traumatologische Patienten

Am Krankenhaus Mechernich wurde unter Berücksichtigung der aktuellen fachlichen Leitlinien und Empfehlungen ein modernes Schockraumkonzept entwickelt, das regelmäßig Anwendung findet und zudem stetig weiterentwickelt und optimiert wird. 

Dieses Konzept beinhaltet die Definition der technischen und personellen Ausstattung unseres Schockraums, die Festlegung des Alarmierungswegs sowie die Darstellung eines standardisierten und an Prioritäten orientierten Ablaufs der Diagnostik und Therapie innerhalb der ersten Stunde nach Aufnahme (sog. „Golden Hour of Shock“) des polytraumatisierten Patienten.

Alarmierung des Schockraumteams

Die Alarmierung des Schockraumteams erfolgt umgehend, nachdem dem diensthabenden (Unfall-)Chirurgen durch die Feuerwehrleitstelle ein Polytrauma angekündigt wurde. Der Einsatz im Schockraum hat absolute Priorität: Nach Alarmierung findet sich das Schockraumteam innerhalb von fünf Minuten in der chirurgischen Ambulanz ein, um den Patienten in Empfang zu nehmen. Wenn der  Rettungshubschrauber (RTH) eintrifft, wird der Patient bereits am Hubschrauberlandeplatz erwartet und sofort in den Schockraum gebracht.

Ablauforganisation

Zentrale Bedeutung in unserem Schockraumkonzept hat die an Prioritäten orientierte Diagnostik und Therapie des polytraumatisierten Patienten innerhalb der ersten 60 Minuten nach Eintreffen im Krankenhaus. Ziel dieses klar strukturierten Ablaufs ist die Durchführung und Dokumentation der relevanten Diagnostik zur Sicherstellung bzw. Wiederherstellung der vitalen Funktionen des polytraumatisierten Patienten in kürzester Zeit. Aufgrund des hohen Standards des Schockraumkonzepts sowie der guten interdisziplinären Zusammenarbeit und fachlichen Kompetenz innerhalb des Schockraumteams garantieren wir eine zuverlässige Erst- und Weiterversorgung polytraumatisierter Patienten.

Krankenhaus Mechernich / Anästhesiologie

  • Anästhesiologie