• Orthopädie

In der Klinik für Orthopädie bieten wir Ihnen ein breites Spektrum an diagnostischen Methoden sowie konservativen und operativen Behandlungsmöglichkeiten. Unser operativer Behandlungsschwerpunkt liegt in der Implantation und dem Austausch von künstlichen Gelenken (Endoprothesen). Im Jahr 2014 wurde die Klinik für Orthopädie als EndoProthetikZentrum der Maximalversorgung (EPZ max) zertifiziert. 

Gemeinsam mit der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie bilden wir das Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie. Durch die enge Verzahnung beider Fachbereiche und die Zusammenarbeit mit weiteren internen wie externen Kooperationspartnern, profitieren unsere Patienten von der bestmöglichen Versorgung innerhalb des Krankenhauses Mechernich. 

Wir informieren Sie gerne persönlich über unsere Leistungen. Sprechen Sie uns an.

  • Fuß
  • Gelenkersatz
  • Hüfte
  • Kinderorthopädie
  • Knie
  • Knorpelreparatur
  • Osteoporose
  • Rheumatoide Arthritis (RA)
  • Rücken
  • Schulter

Fuß

Fehlstellungen von Rück- und Vorfuß

Permanentes Tragen von modisch konfektioniertem Schuhwerk sowie eine anlagebedingte oder erworbene Schwäche von Muskulatur, Sehnen und Bändern im Fußbereich führen häufig zu lästigen und schmerzhaften Fehlstellungen im Rück- und besonders im Vorfuß. Daneben bewirken chronisch entzündliche Erkrankungen wie die Rheumatoide Arthritis oder auch chronische Veränderungen bei der Diabetes mellitus (Diabetischer Fuß) behandlungsbedürftige Fehlstellungen des Fußes. Zu den häufigsten Krankheitsbildern, die wir in unserer Klinik behandeln, zählen:

  • Fehlstellung der Großzehe kleinzehenwärts (Hallux valgus)
  • schmerzhafte Arthrose im Großzehengrundgelenk (Hallux rigidus)
  • Krallen- oder Hammerzehen (Fehlstellung der Zehen II-V mit schmerzhaften Verhornungen)
  • schmerzhafter Spreizfuß
  • Fersensporn, Nervenengpasssyndrome
  • Schneiderballen (verdickter Ballen am Kleinzeh)

Behandlungsmethoden

Viele dieser Fußfehlstellungen können durch relativ kleine operative Eingriffe korrigiert werden. Dabei wird die korrekte Form und Biomechanik des Fußes durch

  • Abtragung von Knochenvorsprüngen
  • Durchtrennung und Korrektur der Knochen (Osteotomien) sowie 
  • Weichteilkorrekturen (Sehnen- und Weichteileingriffe)

weitestgehend wiederhergestellt. Titanschrauben oder Stifte sichern das erreichte Operationsergebnis bis die Knochenheilung nach vier bis sechs Wochen eine Vollbelastung des Fußes wieder erlaubt. Durch das Tragen eines sandalenartigen Vorfußentlastungsschuhs kann der Patient das operierte Bein sofort nach dem Eingriff ohne Stöcke belasten. Viele der fußchirurgischen Eingriffe werden im Ambulanten OP-Zülpich (AOPZ) ambulant durchgeführt.

Standorte

Krankenhaus Mechernich

St. Elisabeth-Straße 2-6
53894 Mechernich

Telefon-Zentrale: 0 24 43 / 17-0

Ansprechpartner

Dr. med. Dirk Bremer

Chefarzt 
Klinik für Orthopädie
Krankenhaus Mechernich

Anders Knutsen

Chefarzt 
Klinik für Orthopädie
stv. Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie 
Krankenhaus Mechernich

Dr. med. Yvonne Ploenes

Oberärztin
Klinik für Orthopädie
Krankenhaus Mechernich

Thomas Allroggen

Funktionsoberarzt
Klinik für Orthopädie
Krankenhaus Mechernich

Gelenkersatz

Schultergelenkersatz

Arthrose im Schultergelenk kommt im Vergleich zu Knie und Hüftgelenk eher selten vor, da das Schultergelenk als Kugelgelenk weniger Stoß- und Stauchungsbelastungen ausgesetzt ist. Die Ursachen für eine Schultergelenksarthrose sind meist Verrenkungen, Sehnenabrisse oder ein Bruch des Oberarmkopfes infolge eines Unfalls.

Symptome und Diagnose

Symptome einer Schulterarthrose sind z. B. Schmerzen in Ruhestellung und/oder bei Bewegung und Belastung sowie eine zunehmende Bewegungseinschränkung. Der Facharzt diagnostiziert die Arthrose anhand einer sorgfältigen Untersuchung und eines Röntgenbildes. Kernspintomografiebilder lassen meist die Ursache der Arthrose erkennen.

Behandlungsmethoden

Schon durch konservative Therapiemethoden lässt sich Schmerz lindern und die Beweglichkeit des Gelenks erhöhen. Zur Anwendung kommen z. B.:

  • entzündungshemmende Medikamente
  • physikalische Anwendungen
  • Krankengymnastik

Sollten diese Maßnahmen nicht zur gewünschten Verbesserung der Beschwerden führen, wird eine Schultergelenksarthroskopie(Schlüssellochtechnik) durchgeführt. Bei diesem minimalinvasiven Eingriff wird das degenerativ entzündete Gewebe entfernt und auch knorpelstimulative Maßnahmen durchgeführt.  

Je nach Schwere des Krankheitsbildes ist ein Gelenkersatz zu erwägen. Während der Operation wird entweder nur der Oberarmkopf endoprothetisch ersetzt (Hemiprothese) oder bei entsprechenden krankhaften Veränderungen auch die Gelenkpfanne (Totalendoprothese).

Beim häufigen Fehlen der Sehnenmanschette aufgrund degenerativer Rissbildung wird auch eine sogenannte Inverse Schulter-TEP eingesetzt.
Die Verankerung der Kunstgelenkkomponenten erfolgt mittels Zement (Zweikomponentenkunststoffkleber) oder auch zementfrei. Im Anschluss an die Operation folgt eine ca. zweiwöchige stationäre Behandlung mit nachfolgender ambulanter Rehabilitation.

Totalendoprothese (TEP) des Hüftgelenks

In Deutschland werden über 200.000 Hüftendoprothesen (Stand 2015) pro Jahr eingesetzt, Tendenz steigend. Die Notwendigkeit zur Operation besteht bei einer fortgeschrittenen Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) verbunden mit Belastungs- oder Ruheschmerzen und Funktionsstörungen des Gelenks. Fehlstellungen, Muskelabbau und schwere Gangstörungen können bei der Hüftgelenksarthrose im fortgeschrittenen Stadium auftreten.

Bei Versagen der konservative Therapie oder einer operativen gelenkerhaltenden Behandlung (Hüftgelenksarthroskopie oder gelenknahe Achskorrektur) ergibt sich oft die Indikation zum Gelenkersatz. Der erkrankte Knorpel der Hüftpfanne und der Hüftkopf werden dabei entfernt und durch eine Prothese ersetzt. Diese wird in der Regel zementfrei in den Knochen gesetzt, bei osteoporotischem Knochen ggf. auch zementiert fixiert. Die Totalendoprothese (TEP)-Operation ist ein Routineverfahren, dauert durchschnittlich 60 Minuten und wird heutzutage oft minimalinvasiv durchgeführt. Hierbei kann der Chirurg über einen kleinen Schnitt unter Schonung von Weichteilgewebe die Prothese mit Spezialinstrumenten einsetzen.

Moderne knochenerhaltende Implantate wie die Kurzschaftprothese oder andere Designs bieten eine sinnvolle Alternative für den biologisch jüngeren, aktiven Patienten mit einer zu erwartenden Wechseloperation im Laufe des Lebens. 

Eine Totalendoprothese der Hüfte zeigt eine lange Standzeit. Etwa 98 Prozent der Prothesen sind nach zehn Jahren noch intakt, 85 Prozent auch noch nach 20 Jahren. Wichtig ist eine regelmäßige Nachuntersuchung der Patienten durch den Facharzt inkl. einer Röntgenbildaufnahme alle zwei Jahre, um verschleißbedingte Funktionsstörungen der Prothese entdecken und ggf. mit kleinem Aufwand (z. B. Austausch des Polyethyleninlays) operativ regulieren zu können.

Knieprothesen

Mehr als 150 künstliche Kniegelenke implantieren wir pro Jahr in unserer Klinik für Orthopädie. Die Notwendigkeit zum Einsatz einer Knieendoprothese besteht meist bei einer fortgeschrittenen Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) verbunden mit Belastungs- oder Ruheschmerzen und Funktionsstörungen des Gelenks.

Behandlungsmethoden

Ist die Kniegelenksarthrose noch im Anfangsstadium setzen wir auf eine konservative Therapie, bei der Vermeidung von Überbelastung, Krankengymnastik oder entzündungshemmende Medikamente zum Behandlungskonzept zählen. Operativ setzen wir immer auf eine gelenkerhaltende Behandlung in Form von Kniegelenksarthroskopie, Knorpelersatz oder einer gelenknahen Umstellungsosteotomie (Achskorrektur). Greifen diese konservativen wie operativen gelenkerhaltenden Maßnahmen nicht, besteht eine Indikation zum Gelenkersatz.

Während der Operation wird der erkrankte Knorpel des Kniegelenks entfernt und unter Belassung der wichtigen stabilisierenden Bänder des Kniegelenks durch eine Prothese ersetzt (teilweiser oder kompletter Kniegelenk-Oberflächenersatz). Diese wird mithilfe von Zement oder auch zementfrei in den Knochen gesetzt und fixiert.

Ist nur ein Teil des Gelenks durch Arthrose zerstört, so lässt sich die Implantation eines Teilgelenks (Schlitten-Operation) minimalinvasiv durchführen. Hierbei setzt der Operateur über einen kleinen Schnitt und unter Schonung von Weichteilgewebe die Prothese mit Spezialinstrumenten ein.

Erfahrungsgemäß sind > 94 Prozent der Prothesen nach zehn Jahren noch intakt, 85 Prozent auch noch nach 20 Jahren. Wichtig ist eine regelmäßige Nachuntersuchung durch den Facharzt. Alle zwei Jahre sollte eine Röntgenbildaufnahme erstellt werden, um verschleißbedingte Funktionsstörungen der Prothese entdecken und ggf. mit kleinem Aufwand operativ regulieren zu können.

Gelockertes Kunstgelenk

Eine Endoprothese wird entweder im Knochen mit Zement fixiert oder mechanisch in den Knochen („Press-Fit”-Verfahren) ohne Zement verankert. Moderne Zemente sind dauerhaft und zeigen wenig Abrieb. Ein größeres Problem stellt der Abrieb der Gleitpartner dar. Bei der Hüftprothese sind dies der Kopf aus Metall oder Keramik und die Pfanne aus hartem Kunststoff (Polyethylen), Keramik oder auch Metall. Mechanische Abriebpartikel können in der Verankerungszone der Endoprothese zum Knochenabbau und damit zur Lockerung führen.

Symptome und Diagnose

Gelockerte Prothesen verursachen in der Regel belastungsabhängige Schmerzen über dem Gelenk, die zur Gehunfähigkeit führen können. Da sich eine Lockerung sehr langsam einstellt, sind regelmäßige klinische Kontrollen und Röntgenaufnahmen der Endoprothese (mindestens alle zwei Jahre) wichtig. Der Spezialist erkennt hier bereits Frühformen der Implantatlockerung.

Behandlungsmethoden

Durch eine kleine Operationen (z. B. Austausch eines Kunststoffinlays) kann somit schon frühzeitig einer weiteren Lockerung entgegengewirkt werden. Ist ein Implantat bereits vollständig gelockert, muss es ausgetauscht werden.

Nach der sogenannten „Schwedenstudie“ zeigt sich, dass mehr als 94 Prozent aller implantierten Hüftendoprothesen auch nach zehn Jahren noch problemlos funktionieren. Bei der Knieendoprothetik liegen ähnlich gute Langzeitergebnisse vor.

Infiziertes Kunstgelenk

Bei der Implantation von Kunstgelenken (Endoprothesen) ergeben sich statistisch gemittelt folgende Komplikationshäufigkeiten:

  • Infektion < 1 % 
  • Lockerung < 5 % nach 10 Jahren
  • Verrenkung (Hüfte) < 2 %
  • Knochenbruch um die Prothese < 1 %
  • Blutverlust mit Gabe von Fremd- oder Eigenblut 10 %     

Ursache für eine Infektion des Kunstgelenks sind meist Keime der Haut oder Eitererreger (Staphylokokken), die in die Wunde gelangen oder über die Blutbahn das Kunstgelenk erreichen. Durch international standardisierte Operationsbedingungen für Endoprothesen (Reinraum-OP, Antibiotikaprophylaxe, antibiotikahaltiger Knochenzement) sind die Infektionsraten deutlich gesunken. Spezielle Risikopatienten weisen ein statistisch gesehen höheres Infektionsrisiko auf. Zu ihnen zählen:

  • Diabetiker
  • Rheumatiker
  • immungeschwächte Personen
  • Patienten mit starkem Übergewicht

Symptome einer Protheseninfektion können Schmerzen, Schwellungen, Rötungen und Funktionsverlust sein sowie auch Allgemeinsymptome wie Krankheitsgefühl und Fieber.

Behandlungsmethoden

Eine gezielte Entnahme von Gewebeproben (PE) durch den Spezialisten kann die Diagnose der Infektion sicherstellen. Eine ungezielte Verabreichung von Antibiotika ist wirkungslos und eher schädlich. Vielmehr muss die Endoprothese bei chronischem Infekt mitsamt des infizierten Gewebes ausgebaut werden. Im Rahmen dieser Operation wird ein Gelenkplatzhalter (artikulierender Interimsspacer) eingesetzt. Nach Abklingen der Infektion (ca. 6-8 Wochen) und gezielter Antibiotikagabe wird ggf. durch eine erneute Punktion oder erneute endoskopische Gewebeuntersuchung die Infektfreiheit des Gelenks nachgewiesen. Dann kann unter Einsatz eines gezielt wirkenden Antibiotikums die erneute Implantation einer Prothese erfolgen (sog. zweizeitiges Verfahren).

Standorte

Krankenhaus Mechernich

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Dr. med. Dirk Bremer

Chefarzt 
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Anders Knutsen

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stv. Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie 
Krankenhaus Mechernich

Dr. med. Yvonne Ploenes

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Thomas Allroggen

Funktionsoberarzt
Klinik für Orthopädie
Krankenhaus Mechernich

Hüfte

Mehr als 160 künstliche Hüftgelenke (Totalendoprothesen) implantieren wir pro Jahr. Zusätzlich führen wir weit über 60 Wechseloperationen von gelockerten oder infizierten Kunstgelenken an der Hüfte durch. Häufigste Ursache hierfür ist ein Gelenkverschleiß der Hüfte. Zur Rekonstruktion von Knochendefekten dient neben Spezialimplantaten auch die klinikeigene Knochenbank. 

Weitere Behandlungsschwerpunkte unserer Klinik sind:

  • Einklemmungssyndrom an der Hüfte (CAM-Pincer Impingement) mit Rissbildung der Gelenklippe: Hüftgelenksarthroskopie
  • Gelenkverschleiß durch Arthrose (Coxarthrose)
  • gelenknahe Achskorrekturen der Hüfte bei angeborenen oder erworbenen Fehlformen
  • Gelenkverschleiß durch Osteoporose

Vorrangig setzen wir bei der Behandlung unserer Patienten auf konservative Therapiemethoden. Einige ausgewählte Krankheitsbilder können wir minimalinvasiv mittels Hüftgelenksarthroskopie behandeln.

Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose)

Mit dem Begriff der Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) wird der Verschleiß des Hüftgelenks beschrieben. Normalerweise sorgt der Knorpel dafür, dass keine direkte Reibung zwischen dem Hüftkopf des Oberschenkelknochens und der Hüftpfanne des Beckens entsteht. Begünstigt durch Fehlstellungen, falscheBelastungen oder nach Verletzungen nutzt sich der Knorpel ab, vergleichbar mit dem Verlust der Profiltiefe eines Reifens. Die Folge ist, dass „der Knochen auf Knochen reibt“.

Symptome und Diagnose

Schmerzen im Bereich der Leiste, eingeschränkte Beweglichkeit bis hin zu einer steifen Hüfte können Anzeichen für die Hüftgelenksarthrose sein.

Zur Feststellung einer Hüftgelenksarthrose gehört eine eingehende fachärztliche körperliche Untersuchung mit Erhebung einer Anamnese (Krankenvorgeschichte). Meistens lässt sich die Diagnose bereits durch Röntgenbilder feststellen. In seltenen Fällen müssen weitere diagnostische Maßnahmen wie MRT (Magnetresonanztomographie) oder CT (Computertomographie) durchgeführt werden, um z. B. Knochenveränderungen genauer erkennen zu können.

Behandlungsmethoden

Ist die Arthrose noch nicht weit fortgeschritten, sind konservativen Methoden eine Möglichkeit, Schmerzlinderung und Funktionsverbesserung zu erzielen. Hierzu gehören:

  • schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente
  • physikalische Anwendungen
  • Gehhilfen oder Pufferabsätze

Wenn die Möglichkeiten der konservativen Methoden ausgeschöpft sind, kann in Einzelfällen auch eine Hüftgelenksspiegelung (Arthroskopie) durchgeführt werden, um lose Knorpelteile, Gelenkkörper und Schleimhautwucherungen zu entfernen sowie eine Dekompression bei einem sogenannten Einklemmungssyndrom durchzuführen. Bei fortgeschrittener Coxarthrose führt das Einbringen eines künstlichen Hüftgelenks in aller Regel zu einer deutlichen Reduktion der Schmerzen, einer Verbesserung der Beweglichkeit und insgesamt zu einer verbesserten Lebensqualität.

Künstliches Hüftgelenk

Je nach Alter, Allgemeinzustand, Knochensubstanz und individuellem Anspruch des Patienten wird im Einzelfall sorgfältig entschieden, welches Implantat für den Patienten optimal ist. Hierbei differenziert man nicht nur zwischen verschiedenen Fixationsprinzipien (zementierte und zementfreie Implantate), sondern auch zwischen verschiedenen Prothesendesigns (kurze Schäfte und Standardprothesen) sowie unterschiedlichen Gleitpaarungen. Bei einer fortgeschrittenen Hüftgelenksarthrose empfiehlt sich der Einsatz einer Totalendoprothese (TEP).

Seit 2014 ist in der Klinik für Orthopädie das zertifizierte Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung Mechernich verankert. Alle Patienten werden nach einem standardisierten Behandlungspfad (Vorbereitung, Operation und Nachbereitung) versorgt.

Vor jeder Operation werden spezielle Röntgenbilder angefertigt, anhand derer die Prothesengrößen am Computer bereits vor der Operation ausgemessen werden können, um somit eine optimale Positionierung mit einem idealen Implantat zu erreichen.

Während des stationären Aufenthaltes und nachfolgender Rehabilitationsphase werden unter krankengymnastischer Anleitung spezielle Übungen zur Verbesserung der Koordination und des Gangbildes durchgeführt. Eine zügige Aufbelastung des Gelenks mit anschließend guter Beweglichkeit und Schmerzfreiheit ist das Ziel einer jeden Therapie.

Hüftgelenksarthroskopie

Die Hüftgelenksarthroskopie findet vor allem in der Diagnostik und Therapie von Knorpelschäden, Rissbildung der Gelenklippe (Labrum), Knochen- und Weichteilproblemen (CAM-Pincer Impingement) ihren Einsatz. Durch diese minimalinvasive Methode können in ausgewählten Fällen offene Operationen vermieden werden.

Durchführung

Vor jeder Arthroskopie wird ein Röntgenbild der Hüfte sowie ggf. eine Kernspintomografieaufnahme angefertigt. Dadurch werden z. B. Abrisse von Gelenklippen, freie Gelenkkörper und Knorpelschäden gut sichtbar. Vor dem eigentlichen Eingriff wird ein Lokalanästhesie-Test durchgeführt, d. h. ein örtlich wirksames Betäubungsmittel wird in das Hüftgelenk injiziert und der schmerzlindernde oder -auslöschende Effekt dokumentiert.

Eine Hüftgelenksarthroskopie wird stationär durchgeführt. Die nachfolgende Entlastungszeit an Gehstützen beträgt je nach Eingriffsart 1–6 Wochen.

Behandlungsfelder

Folgende schmerzhafte Krankheitsbilder können arthroskopisch behandelt werden:

  • Hüftdysplasie (angeborene oder erworbene Fehlstellung der Hüfte)
  • freie Gelenkkörper
  • Schenkelhalsanomalien
  • femoroacetabuläres Impingement (Enge-Syndrom zwischen Hüftkopf und -pfanne)
  • Abriss der Gelenklippe (Labrum)
  • entzündliche Veränderungen der Gelenkschleimhaut (Synovitiden)
  • Wucherungen der Schleimhaut
  • Infektionen/eitrige Entzündungen
  • unklarer Hüftschmerz
  • Probeentnahme bei einliegender Hüftprothese

Hüftgelenksnahe Achskorrekturen

Bei hüftgelenksnahen Operationen zur Behebung vorhandener Fehlstellungen unterscheidet man zwei Grundprinzipien:

  • Die Fehlstellung geht von der Hüftpfanne/knöchernem Becken aus.
  • Die Fehlstellung geht vom Oberschenkelknochen/Hüftkopf aus.

Generell bezeichnet man diese Operationsmethoden als Osteotomien. Der Begriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie Knochenschnitt.

Umstellungsoperationen am Becken

Umstellungsoperationen am Becken sind dann erforderlich, wenn die Fehlstellung durch eine fehlerhafte Ausbildung der Hüftgelenkspfanne hervorgerufen wird.

Zwei Behandlungsmethoden kommen hier in Frage:

Beckenosteotomie nach Chiari
Die Methode findet Verwendung, wenn das Dach einer Hüftgelenkpfanne nicht genügend Breite aufweist und die daraus resultierende falsche Lastverteilung zu vorzeitigem Verschleiß führt. Bei dieser Operation wird daher das Pfannendach der Hüfte verbreitert. Bei dem Eingriff wird der Beckenknochen direkt über dem Hüftgelenk durchtrennt, dann das Gelenk nach innen geschwenkt und die Pfanne mit Schrauben oder Bohrdrähten in dieser Stellung fixiert.

Triple-Beckenosteotomie
Wenn die Hüftgelenkpfanne zu steil ausgebildet ist und zudem eine Überdachung aus Knochenmaterial fehlt, wird eine Triple-Beckenosteotomie durchgeführt. Dabei wird der Knochen am Becken dreifach durchtrennt. Die Pfanne wird so in ihrer Rotation und Neigung korrigiert. Die dadurch erwirkte Stellung wird mit Schrauben und Platten fixiert.


Umstellungsoperationen am Oberschenkelknochen

Wird die Achsfehlstellung durch eine starke Fehlstellung des Oberschenkelknochens mit gleichzeitig mangelhafter Überdachung hervorgerufen, wird eine Derotations-Varisations-Osteotomie (DVO) vorgenommen. Dazu erfolgt unterhalb des sogenannten Rollhügels eine Durchtrennung des Oberschenkelschafts. Anschließend wird ein Knochenkeil herausgeschnitten und der Schenkelhals über eine stabile Metallplatte und Schrauben wieder mit dem Oberschenkelknochen verbunden.

Mittels Hüftgelenksarthroskopie kann in Einzelfällen eine knöcherne Deformität an Oberschenkelknochen operativ beseitigt und so eine Osteotomie vermieden werden.

Totalendoprothese des Hüftgelenks

Ausführliche Informationen zur operativen Behandlung und dem Einsatz von Prothesen an der Hüfte finden Sie unter "Gelenkersatz".

Standorte

Krankenhaus Mechernich

St. Elisabeth-Straße 2-6
53894 Mechernich

Telefon-Zentrale: 0 24 43 / 17-0

Ansprechpartner

Dr. med. Dirk Bremer

Chefarzt 
Klinik für Orthopädie
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Anders Knutsen

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stv. Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie 
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Dr. med. Yvonne Ploenes

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Thomas Allroggen

Funktionsoberarzt
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Kinderorthopädie

Kinderorthopädie

In Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin untersuchen und behandeln wir auch Kinder, insbesondere mit angeborenen oder erworbenen Veränderungen an Fuß und Hüfte.

Dazu gehören z. B. angeborene Fußdeformitäten wie der Klumpfuß. Diesen korrigieren wir durch wiederholte Gipsverbände nach der Ponsetimethode überwiegend konservativ, bei Bedarf auch operativ mittels Eingriff an den Sehnen.

Im Rahmen der Erstdiagnostik bei Neugeborenen und auch bei Kindervorsorgeuntersuchungen (U3) führen wir eine Ultraschalluntersuchung des Hüftgelenks durch. Dadurch erkenn wir schon frühzeitig eine evtl. vorhandene Hüftdysplasie.

Die kinderorthopädische Sprechstunde erfolgt auf Überweisung des Kinderarztes.

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Knie

Ein Schwerpunkt in unserer Klinik ist die Endoprothetik des Kniegelenks. Die operative Behandlung umfasst Erstimplantationen sowie das Auswechseln von gelockerten oder infizierten Endoprothesen.

Weitere häufige Krankheitsbilder, die wir sowohl konservativ als auch operativ behandeln, sind:

  • Meniskusschäden
  • vordere Kreuzbandruptur
  • Kniegelenksarthrose
  • kniegelenksnahe Achskorrekturen
  • Kniescheibenfehllauf

Meniskusschäden

Das Kniegelenk ist ein komplexes Scharniergelenk mit einem Roll-Gleitmechanismus, in dem sich der Oberschenkelknochen mit seiner inneren und äußeren Gelenkrolle auf dem Schienbeinplateau dreht. Zwischen den Gelenkflächen des Ober- und Unterschenkels liegt beiderseits je ein keilförmiges Knorpelkissen aus Faserknorpel, der äußere bzw. innere Meniskus.

Die Menisken spielen eine wichtige Rolle bei der Belastungsverteilung im Kniegelenk, da sie die belastete Oberfläche zwischen den beiden Oberschenkelrollen und dem jeweiligen Schienbeinplateau vergrößern und so die Knorpelabnutzung mindern. Die Meniskusscheiben stellen die „Stoßdämpfer“ und Druckverteiler im Kniegelenk dar.

Meniskusrisse führen vor allem bei Drehbewegungen und Beugebelastung zu erheblichen Schmerzen im Knie.

Ursachen und Diagnose

  • heftige Drehverletzungen im Knie mit möglichem Einriss der Meniskusscheiben
  • altersbedingte Abnahme des Wassergehalts im Knorpelgewebe (verminderte Elastizität des Faserknorpels)
  • Kalkablagerungen im Meniskusgewebe

Behandlungsmethoden

Die sorgfältige fachärztliche Untersuchung kann in vielen Fällen einen Meniskusriss feststellen. In unklaren Fällen und oft vor einer geplanten Operation wird eine Kernspintomografie des Kniegelenks durchgeführt.

Durch eine Arthroskopie (Gelenkspiegelung) können Menisken sowie Kreuzbänder und der Knorpel des Kniegelenks beurteilt und behandelt werden. Bei einem Meniskusriss streben wir wenn möglich z. B. durch eine Naht immer den Erhalt des Gewebes an. Irreparable Einrisse werden mittels sparsamer Meniskusteilentfernung behandelt. Unbehandlete Meniskusrisse, aber auch große Meniskusdefekte können zu nachfolgenden schweren Knorpelabnutzungen im Knie führen (Kniegelenksarthrose).

Die arthroskopische Behandlung führen wir in der Regel ambulant im Ambulanten OP-Zentrum in Zülpich (AOPZ) durch.

Vordere Kreuzbandruptur

Ein Riss des vorderen Kreuzbandes gehört zu den häufigsten Verletzungen am Kniegelenk. Fast immer sind diese auf Verdrehungen des Kniegelenks bei feststehendem Unterschenkel zurückzuführen.

Symptome und Diagnose

Da das vordere Kreuzband eines von vier wichtigen Stabilisierungsbändern im Kniegelenk ist, kann ein Riss zu einer mäßig bis starken Instabilität des gesamten Knies führen. Häufig treten Begleiterscheinungen wie Weichteilschwellung und ein blutiger Gelenkerguss auf.

Nicht immer verursacht ein Riss starke Beschwerden, sodass er längere Zeit als solcher unerkannt bleiben kann. Indikatoren können ein Wackelgefühl im Knie und wiederholtes Wegknicken des Beins sein. Unbehandelt führt dies zu Folgeschädigungen wie Meniskusriss, Knorpelschaden und letztlich Arthrose im Kniegelenk.

Behandlungsmethoden

Während der fachärztlichen Untersuchung lässt sich bereits eine übermäßige Beweglichkeit des Unterschenkels gegenüber dem Oberschenkel feststellen. Des Weiteren ist eine Kernspintomografie (MRT) anzuraten, die eine erste Diagnose bestätigen kann und zudem eventuelle Begleitverletzungen wie einen Meniskusriss oder einen Knorpelschaden erkennen lässt.

Kreuzbandersatz
Besteht eine erhebliche Instabilität des Knies kann ein Kreuzbandersatz Abhilfe schaffen. Dies ist insbesondere dann sinnvoll wenn

  • eine hohe körperliche Aktivität mit starker Kniebelastung
  • rekonstruierbare Kniebinnenschäden
  • alltägliche Beeinträchtigung durch chronische Instabilität

bestehen.

Die Operation wird arthroskopisch durchgeführt. Dabei wird körpereigenes Sehnenmaterial verwendet. Im Rahmen des Heilungsprozesses wächst das Transplantat in den Knochen ein und übernimmt die Funktion des Kreuzbandes. Aufgrund der minimalinvasiven Methode ist die Beeinträchtigung und Rehabilitationszeit nach der Kreuzband-Operation recht kurz.

Kniegelenksarthrose (Gonarthrose)

Das Kniegelenk ist täglich großen Belastungen ausgesetzt. Voraussetzung für eine reibungslose und schmerzfreie Bewegung ist ein intakter Knorpelüberzug auf der Oberschenkelrolle und dem Schienbeinkopf. Bei Verschleiß dieses Knorpels wird von der Kniegelenksarthrose (Gonarthrose) gesprochen.

Symptome und Diagnose

Erste Zeichen der Kniegelenksarthrose sind Schwellungen, Schmerzen, Muskelabbau oder Bewegungseinschränkungen. Ursachen sind z. B.

  • angeborene oder im Laufe der Zeit erworbene Fehlbelastungen (Verformungen bei X-Bein oder O-Bein)
  • alte Knochen- oder Meniskusverletzungen
  • oder entzündliche Erkrankungen.

Neben einer sorgfältigen Untersuchung des Kniegelenks und Erhebung der Anamnese(Krankenvorgeschichte) helfen uns Röntgenbilder zur Diagnosesicherung. Hierbei werden nicht nur Bilder in zwei Ebenen erstellt, sondern es gibt die Möglichkeit durch bestimmte Ganzbein- bzw. Belastungsaufnahmen die genaue Kniegelenksachse- oder auch etwaige Instabilitäten festzustellen. Nur in seltenen Fällen erfolgen zusätzlich kernspintomographische Aufnahmen (MRT).

Behandlungsmethoden

Ein Gelenkersatz wird erst dann empfohlen, wenn der Verschleiß des Gelenks deutlich fortgeschritten ist und sonstige konservative Therapiemethoden oder andere gelenkerhaltende Operationen ausgeschöpft sind. Hierbei stehen uns unterschiedliche Modelle zur Verfügung. Diese können von der sogenannten Schlittenprothese (teilweiser Ersatz des Kniegelenks) bis zum vollen Gelenkersatz variieren. Je nach Alter, Allgemeinzustand, Knochensubstanz und Bedürfnis des Patienten wird die Prothese sowie die Verankerungstechnik (zementiert/teilzementiert/zementfrei) angepasst.

Nach der Operation erfolgt eine zügige Aufbelastung des Patienten unter krankengymnastischer Anleitung, um möglichst schnell eine sichere Mobilität mit einem flüssigen Gangbild zu erreichen. Diese Übungen werden in der anschließenden Rehabilitation fortgesetzt. Oberstes Ziel ist es, Schmerzfreiheit, gute Beweglichkeit und somit eine verbesserte Lebensqualität wieder zu erlangen.

Kniegelenksnahe Achskorrekturen

Kniegelenksnahe Achskorrekturen (Osteotomien) werden vorgenommen, wenn ein Patient aufgrund einer Beinfehlstellung eine schmerzhafte Kniegelenksarthrose aufweist. Diese Fehlstellungen können entstehen, wenn die Beinstellung sich in der Pubertät nicht normal begradigt. Weitere Ursachen können Veränderungen an der Hüfte, (teil)entfernter Meniskus oder eine ungerade Heilung eines Schenkelbruchs sein. Mit einer Achskorrektur erreicht man zumeist auf lange Jahre die Verringerung von Schmerzen bei gleichzeitiger Erhaltung der eigenen Gelenke.

Symptome und Diagnose

Ein Beinachsenfehlverlauf ist im Stand mit geschlossenen Beinen gut erkennbar. Berühren sich die Knie-Innenseiten bei gleichzeitigem Abstand zwischen den Innenknöcheln, liegen X-Beine vor. Beim umgekehrten Verhältnis spricht man von O-Beinen. Beide Arten von Fehlstellungen können, unabhängig von ihrer Ursache, eine Arthrose, also eine verstärkte Abnutzung des Knorpels hervorrufen. Charakteristisch sind entsprechende Schmerzen an der Knie-Außenseite bzw. Knie-Innenseite. Eine eindeutige Diagnose erfolgt über Röntgenbilder.

Behandlungsmethoden

Wurde eine der beiden genannten Fehlstellungen diagnostiziert, erfolgt eine genaue Untersuchung von Knorpel und Meniskus mithilfe einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie). Während des Eingriffs ist es auch möglich, vorhandene Meniskus- oder Knorpelschäden direkt endoskopisch zu behandeln.

Bei O-Stellung wird eine Knochendurchtrennung im oberen Schienbeinbereich (Valgisationsosteotomie) vorgenommen. Dadurch wird ein leichtes X-Bein erzeugt, das in der Folge die innere Gelenkstruktur entlastet. Bei starker X-Stellung erfolgt die Durchtrennung und Korrektur der Beinachse im unteren Oberschenkelbereich. Die Osteotomien werden mit winkelstabilen Titanplatten und Schrauben stabil fixiert.

Ziel der Achskorrekturen-OP ist immer die Reduktion von Schmerzen, wobei die Gelenke weitestgehend erhalten bleiben sollen.

Kniescheibenfehllauf

Ein Fehllauf der Kniescheibe kann bedingt sein durch eine angeborene Formveränderung der Kniescheibe oder x-förmige Fehlstellung der Beinachse. Infolge dessen können Schmerzen und Knorpelschädigungen entstehen. Die extremste Form des Kniescheibenfehllaufs ist die Kniescheibenausrenkung (Patellaluxation). Sie kann auf den genannten Ursachen basieren, aber auch durch Drehbewegungen beim Gehen oder Treppensteigen, beim Sport oder durch einen Unfall ausgelöst werden. Ist die Kniescheibe von Natur aus stark abgeflacht, besteht eine erhöhte Luxationsgefahr.

Symptome und Diagnose

Eine Kniescheibenausrenkung ist mit bloßem Augen einfach zu erkennen, da die Kniescheibe sich nicht an ihrem gewohnten Platz, sondern seitlich an der Außenseite des Knies befindet. Durch das Verlassen der Gelenkbahn werden die umliegenden Weichteil- und Knochenelemente in Mitleidenschaft gezogen. Die innere Gelenkkapsel reißt mit den zusammenhängenden Blutgefäßen ein. Häufig springt auch ein Knochenfragment von der Kniescheibe ab, was einen schweren Bluterguss im Kniegelenk bedingt. Das Ausmaß der Verletzungen ist durch Röntgenaufnahmen und eine Kernspintomografie zu erkennen.

Behandlungsmethoden

Zunächst muss die Kniescheibe wieder eingerenkt werden. Da der Bluterguss im Kniegelenk den Knorpel schädigen kann, sollte zudem eine Punktion des Gelenks durch einen Spezialisten erfolgen.

Bei leichten Luxationen kann eine kurzfristige Ruhigstellung in Gips oder in einer Orthese (Bandage oder Schiene zur Stütze) mit nachfolgender Physiotherapie zur Kräftigung der kniestabilisierenden Muskulatur gute Ergebnisse bringen. Besteht eine schwere Kniescheibenfehlform bei z. B. gleichzeitiger X-Beinachse und flacher Oberschenkelgleitrinne sollte operativ behandelt werden. In einem modernen biologischen Verfahren reparieren wir das zerrissene Kniescheibenband mittels körpereigenem Sehnenmaterial (sog. MPFL-Plastik). Zusätzlich kann eine knöcherne Versetzung des Kniescheibenbandansatzes und/oder eine plastische Modellierung der Kniescheibenrinne erforderlich sein.

Knieprothesen

Ausführliche Informationen zu den operativen Behandlungsmethoden am Knie finden Sie unter "Gelenkersatz".

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Chefarzt 
Klinik für Orthopädie
Krankenhaus Mechernich

Anders Knutsen

Chefarzt 
Klinik für Orthopädie
stv. Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie 
Krankenhaus Mechernich

Dr. med. Yvonne Ploenes

Oberärztin
Klinik für Orthopädie
Krankenhaus Mechernich

Thomas Allroggen

Funktionsoberarzt
Klinik für Orthopädie
Krankenhaus Mechernich

Knorpelreparatur

Knorpelreparatur

Knorpel besteht aus Zellen, den sogenannten Chondroblasten, Chondrozyten und Chondroklasten. Um den Knorpel herum befindet sich eine Zellsubstanz, die aus 70 Prozent Wasser, Kollagen, elastischen Fasern und Hyaluronsäure besteht.

Man unterscheidet in insgesamt drei verschiedene Arten von Knorpelgewebe:

  • Der hyaline Knorpel ist am häufigsten an den Knochen zu finden, welche die Gelenke bilden. Er ist besonders hart, da er großen Druckbelastungen standhalten muss. Gleichzeitig weist er wenig Elastizität sowie eine geringe Dichte auf und ist somit für Abnutzung besonders anfällig.
  • Der elastische Knorpel ist besonders zellreich. Sein Aufbau gleicht dem des hyalinen Knorpel und ist zusätzlich mit einer Vielzahl an elastischen Fasern durchzogen. Zu finden ist er beispielsweise in der Ohrmuschel.
  • Faserknorpel befindet sich z. B. in Menisken oder Bandscheibenringen. Er muss zusätzlich zu Druckbelastungen auch starken Drehbewegungen und Zugkräften standhalten.
     

Die häufigsten Knorpelreparaturen führen wir in unserer Klinik bei Schäden im hyalinen Knorpel (z. B. Schulter- oder Kniegelenksarthrose) und im Faserknorpel (z. B. Meniskusriss) durch.

Bei Regenerationsstörungen oder chronischer Überbelastung kommt es zu einem Verfall der umliegenden Zellsubstanz (Knorpelmatrix). Die Oberfläche des Knorpels wird rau, was die Funktion des Gelenks einschränkt und zur Arthrose führen kann. Ein solcher Knorpelschaden heilt nicht von selbst ab, vielmehr neigt er dazu sich weiter zu vergrößern.

Behandlungsmethoden

Knorpelschäden lassen sich in vier Schweregrade einteilen:

Stadium I–II
In den Stadien I und II ist die operative Therapie nicht sinnvoll. Hier besteht eine gute Behandlungsmöglichkeit durch:

  • Krankengymnastik zum gezieltem Muskelaufbau
  • Verabreichung von Knorpelaufbausubstanzen
  • gezielte Injektion von Hyaluronsäure in das Gelenk
     

So kann die Knorpelgrundsubstanz und die Festigkeit des hyalinen Knorpels deutlich verbessert werden.  

Stadium III–IV
In den Stadien III und IV wird der geschädigte Knorpel arthroskopisch mittels kleiner Spezialfräsen geschliffen (Abrasionsarthroplastik). Zusätzlich kann durch eine arthroskopische Durchbrechung der dünnen Knochenschicht unter dem geschädigten Knorpel (Mikrofrakturierung) das Auswachsen von Faserknorpel angeregt und so eine begrenzte Knorpelreparatur möglich werden.

Zur besseren Einheilung der neu wachsenden Knorpelmatrix (Faserknorpel) werden die Areale der Mikrofrakturierung endoskopisch mit einer Spezialmembran abgedeckt. Dies kann prinzipiell in allen Gelenken so durchgeführt werden (AMIC).

Schwere Knorpelschädigungen
Bei tiefen Knorpelschädigungen, insbesondere nach Sportverletzungen, kann der hyaline Knorpel arthroskopisch durch die sogenannte OATS-Technik (Osteochondrales Autologes Tranplantations System) biologisch repariert werden. Hierbei werden aus dem Kniegelenk in wenig belasteten Bereichen Knorpel-Knochenzylinder mit Spezialmeißeln endoskopisch gewonnen und nach vorheriger Präparation in den geschädigten Bereich eingepasst.

Knorpelzüchtung

Ist der Knorpelschaden am Gelenk größer als 4 Quadratzentimeter, oder es liegt eine tiefgreifende Knorpelknochenerkrankung vor, so besteht die Möglichkeit der biologischen Rekonstruktion mittels matrixgebundener autologer Knorpelzüchtung (MACT).

In der ersten Arthroskopie wird die Defektzone präpariert und eine kleine Menge gesunden Knorpels (2 g) entnommen. Bei der zweiten Operation zwei Wochen später werden die mittlerweile gewachsenen Knorpelzellen über einen kleinen Hautschnitt in die geschädigte Region transplantiert. Im Anschluss folgt eine 12-wöchige Nachbehandlung mit zunächst verminderten Belastung des Gelenks und gezielter Physiotherapie. Nachuntersuchungen haben gezeigt, dass das Verfahren in der Lage ist, den hyalinen Knorpel langfristig stabil zu ersetzen und das Risiko einer schweren Arthrose zu minimieren.

Neuere Studien belegen allerdings auch, dass selbst die Implantation einer zellfreien Trägersubstanz (Matrix) in den Knorpeldefekt zu langfristig guten Ergebnissen führen kann. So dass ggf. die oben genannte Knorpelentnahme-OP entfallen kann.

Voraussetzung für den Erfolg der Knorpeltransplantation an Gelenken ist eine reguläre Gelenkachse, z. B. am Knie die Beinachse. Falls Achsabweichungen vorliegen, werden diese operativ im Rahmen einer gelenksnahen Achskorrektur (Umstellungsosteotomie) korrigiert.

Ferner sollte auch bei allen Formen der Knorpeltherapie immer die Prävention von Knorpelschäden beachtet werden:

  • Gewichstreduktion
  • Vermeidung von Spitzen- überlastungen der Gelenke
  • regelmäßige Bewegung und sportliche Aktivität (low impact Sportarten)

Standorte

Krankenhaus Mechernich

St. Elisabeth-Straße 2-6
53894 Mechernich

Telefon-Zentrale: 0 24 43 / 17-0

Ansprechpartner

Dr. med. Dirk Bremer

Chefarzt 
Klinik für Orthopädie
Krankenhaus Mechernich

Anders Knutsen

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stv. Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie 
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Dr. med. Yvonne Ploenes

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Thomas Allroggen

Funktionsoberarzt
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Osteoporose

Osteoporose

Die Osteoporose ist eine systemische Skeletterkrankung, bei der eine niedrige Knochendichte (geringe Knochenfestigkeit), das Risiko eines Knochenbruchs erhöht. Sind bereits ein oder mehrere Brüche als Folge der Osteoporose aufgetreten, spricht man von einer manifesten Osteoporose.

Symptome und Diagnose

Die Erkrankung betrifft besonders häufig Frauen nach der Menopause. Risikofaktoren sind z. B.:

  • familiäre Belastung
  • sehr schlanker Körperbau
  • frühe Wechseljahre
  • fleischreiche, kalziumarme Ernährung
  • Vitamin-D-Mangel (mangelndes Sonnenlicht)
  • geringe körperliche Aktivität
  • Rauchen

Zur eindeutigen Diagnostik führen wir nach der körperlichen Untersuchung eine Knochendichtemessung durch, die sich aus verschiedenen technischen Verfahren wie z. B. Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA), quantitativer Computertomografie und Sonografie zusammensetzt.

Symptome für eine bereits fortgeschrittene osteoporotische Erkrankung sind u. a.:

  • häufige Rückenschmerzen
  • Knochenbrüche ohne entsprechende Verletzungen
  • Abnahme der Körpergröße
  • sichtbare Verformung des Rückens

Behandlungsmethoden

Die drei Säulen der Osteoporosetherapie sind Ernährung, Medikamente und Alltagstraining wie Sturzvorbeugung. Eine Umstellung der Ernährung steht am Anfang jeder Behandlung. Eiweißreiche Lebensmittel sowie eine vermehrte Einnahme von Vitamin D, Kalzium und Homocystein (Aminsosäure) sind dabei besonders wichtig. Nikotinabstinenz kann ebenfalls zu einer deutlichen Verbesserung der Knochendichte führen.

Ergänzend setzen wir zur Therapie spezielle Medikamente zur Verhinderung des schnellen Knochenabbaus (z. B. sogenannte Bisphosphonate) und zur Stimulation des Knochenaufbaus ein.

Im Alltag kann durch gezieltes Rückentraining (Osteoporose-Selbsthilfegruppen) und Sturzprophylaxe (z. B. Hüftprotektoren) eine Wiedererlangung von körperlicher Fitness sowie Muskel- und Knochenmasse erreicht werden.

Eine frische osteoporotische Wirbelkörperfraktur kann auch bei hohem Leidensdruck und drohender Immobilität des Patienten minimalinvasiv operiert, d. h. über kleine Einschnitte im Rücken behandelt werden. Bei der sogenannten Kyphoplastie wird der gebrochene Wirbel mittels eines kleinen Ballons aufgerichtet. Die geschaffene Höhle wird dann mit Zement aufgefüllt und der Wirbelbruch damit umgehend stabilisiert. Die Rückenschmerzen klingen dadurch rasch ab und eine sofortige Mobilisation nach der Operation ist möglich.

Standorte

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Dr. med. Dirk Bremer

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Rheumatoide Arthritis (RA)

Rheumatoide Arthritis (RA)

Die Fachärzte unserer Klinik haben sich auf die operative Behandlung schwerer Gelenkveränderungen spezialisiert, die im Laufe einer rheumatischen Erkrankung entstehen können. Die häufigste Form rheumatischer Erkrankungen ist die Rheumatoide Arthritis (RA).

Die Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine Autoimmunerkrankung von der etwa 0,2–1 Prozent der Bevölkerung betroffen sind und die nicht vollständig heilbar ist. Gehäuft tritt sie zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr auf. Im Verlauf der Erkrankung wird körpereigenes Gewebe von Zellen des Immunsystems angegriffen und es kommt zu entzündlichen Wucherungen der Gelenkschleimhaut (Pannus). Mit der Zeit werden so die Knorpel der Gelenke, Knochen, Bänder, Sehnen und Schleimbeutel zerstört. Die Folgen bzw. Begleiterscheinungen der Gelenkzerstörung sind:

  • Einkerbungen und Zysten im Knochen
  • chronische Schleimbeutelentzündungen
  • Sehnenscheidenentzündungen
  • Sehnenrisse
  • Gelenkfehlstellungen
     

Symptome und Diagnose

Symptome einer Rheumatoiden Arthritis (nach den ACR-Kriterien 2010) können sein:

  • Gelenkbeteiligung kleiner und großer Gelenke (Synovitis)
  • Serologische Parameter (CCP-Antikörper, Rheumafaktoren)
  • Akut-Phase-Reaktion (Blutsenkung, CRP)
  • Dauer der Beschwerden (<> 6 Wochen)
     

Zur Diagnose wenden wir, neben der Erhebung der Krankengeschichte und der klinischen Untersuchung, verschiedenste Verfahren an. Durch einen Bluttest lässt sich z. B. feststellen, ob Rheumafaktoren (RF) vorhanden sind. Dies sind Autoantikörper, die sich gegen das körpereigene Immunsystem richten. In hoher Anzahl sind sie häufig ein Indikator für eine entzündliche Rheumaerkrankung. Lassen sich über den Bluttest zusätzlich sogenannte ACPAs (Antikörper gegen citrullinierte Protein-/Peptid-Antigene) nachweisen, ist im Zuge der Erkrankung eine schwerwiegende Knochen- bzw. Gelenkzerstörung wahrscheinlich.  

Neben diesen Standardverfahren in der Diagnostik wenden wir unterstützend Röntgen- und MRT-Untersuchungen an, durch die sich der Schweregrad der Knochenschädigungen feststellen lässt. Mittels Szintigrafie lässt sich zudem bestimmen, wie weit die Entzündungen in den Weichteil- und Knochenregionen reichen.

Behandlungsmethoden

Der Prozess der Erkrankung lässt sich verlangsamen und in manchen Fällen auch stoppen.   

Rheumatoide Arthritis behandeln wir interdisziplinär, d. h. in enger Zusammenarbeit mit Internisten, Rheumatologen, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten. Durch die Verabreichung von schmerzlindernden und entzündungshemmenden Medikamenten erzielen wir eine Linderung der Symptome und verhindern ein Fortschreiten der chronischen Erkrankung.

Stellt sich während der konservativen Therapie keine Verbesserung ein und ist die Erkrankung schwerpunktmäßig auf einige Gelenke beschränkt, sollte auch operiert werden. Im Anfangsstadium erfolgt der Eingriff (Synovektomie) arthroskopisch. Bei der Gelenkspiegelung wird dann die erkrankte Gelenkinnenhaut (Synovialis) abgetragen. In fortgeschrittenen Stadien muss offen operiert werden.

Ist ein Gelenk irreparabel zerstört, greifen wir auf einen Gelenkersatz zurück. Aufgrund der vorhandenen Grunderkrankung oder infolge der regelmäßigen Medikation leiden Rheumapatienten verstärkt an Osteoporose. Bei Gelenken wie Hüfte, Knie oder Sprunggelenk, die einer großen Belastung ausgesetzt sind, fixieren wir beim Rheumatiker die Endoprothesen daher zusätzlich mit Knochenzement.

Rheumaorthopädische Operationen führen wir ausschließlich im Rahmen einer stationären Behandlung durch. Die Nachbehandlung in Form einer intensiven Physiotherapie ist sehr wichtig für den Heilungsprozess und sollte daher unbedingt wahrgenommen werden

Standorte

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Rücken

Ein Schwerpunkt in unserer Klinik ist die konservative wie operative Behandlung von Wirbelsäulenerkrankungen. Dazu zählen z. B. Erkrankungen der Bandscheibe wie

  • Bandscheibenvorwölbungen (Hexenschüsse)
  • Bandscheibenvorfälle
  • Wirbelkanalverengungen

sowie weitere verschleißbedingte Erkrankungen, die mitunter zu chronischen Rückenschmerzen führen können.

Erkrankungen der Bandscheibe

Die Bandscheibe befindet sich zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und verhindert so, dass diese aufeinander reiben. Sie besteht aus einem Faserring und einem gallertartigen Kern, der Wasser einspeichert und somit der Bandscheibe ihre Elastizität verleiht. Sinkt der Wassergehalt in der Bandscheibe dauerhaft, verschiebt sich der Gallertkern und drückt auf das hintere, extrem empfindliche Längsband. Es kommt zur Vorwölbung (Protrusion), die das Symptom des klassischen Hexenschusses auslöst. Durchbricht der Gallertkern das Längsband, spricht man vom Bandscheibenvorfall (Prolaps). Werden dadurch empfindliche Nervenstrukturen im Wirbelkanal eingeengt, entsteht der typische Ischiasschmerz, ggf. mit neurologischen Ausfällen im Bein.
 

Behandlungsmethoden konservativ

Bandscheibenbedingte Erkrankungen behandeln wir wenn möglich nichtoperativ. Das Therapiekonzept umfasst u. a.:

  • ausführliche Aufklärung des Patienten
  • Krankengymnastik
  • Physiotherapie
  • medikamentöse Behandlung
  • röntgen- oder CT-gestützte Injektionen in die Nähe des Wirbelnervs oder in die Wirbelgelenke
  • Rückenschule und Sekundärprophylaxe
     

Behandlungsmethoden operativ

Manche Bandscheibenvorfälle können bei entsprechenden Vorwölbungen mittels Sonden (Nukleoplastie) verkleinert werden. Die Wahl des geeigneten Therapiekonzeptes klären wir immer individuell je nach Krankheitsbild mit dem Patienten ab.

Eine operative Behandlung ist in jedem Fall notwendig bei Krankheitsbildern wie dem sogenannten Kauda-Syndrom, bei dem Nerven im unteren Teil des Rückenmarks stark eingeengt sind. Die Folge können starke Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, die bis ins Bein ausstrahlen, Schmerzen in der Blase, Impotenz sowie ein Verlust der Darm- und Blasenkontrolle sein. Um eine dauerhafte Schädigung der eingeklemmten Nerven zu vermeiden, ist der Eingriff unmittelbar nach der Diagnose durchzuführen.

Bei einem im Wirbelkanal frei beweglichen (sequestrierten) Bandscheibenvorfall ist ebenfalls oft eine Operation erforderlich. Mikrochirurgisch öffnen wir dann über einen kleinen Hautschnitt den Wirbelkanal und entfernen das Bandscheibengewebe.

Sechs Wochen nach einer Operation schließt sich eine ambulante Rehabilitation zur Rückenschule und Muskelkräftigung an.

Chronischer Rückenschmerz

Laut einer Rückenstudie der Sporthochschule Köln leiden 53,8 Prozent der 30- bis 50-Jährigen an Rückenschmerzen, vorwiegend im Lendenbereich.

Symptome und Diagnose

Als chronische Rückenschmerzen bezeichnet man solche, die in einen Zeitraum von länger als drei Monaten auftreten. Sie zeichnen sich durch tief sitzende Kreuzschmerzen (Lumbalgie) mit häufiger Ausstrahlung des Schmerzes in das Bein (Ischialgie) aus. Der häufigste Rückenschmerz ist episodisch und zeigt keine typischen Veränderungen im Röntgenbild. Begleiterscheinungen der Rückenschmerzen können Empfindungsstörungen, Taubheitsgefühle, Lähmungen sowie eine reduzierte Blasen- und Darmkontrolle sein.

Als häufigste Ursache gelten Verschleißerscheinungen an den Bewegungssegmenten der Wirbelsäule. Dazu zählt mitunter die Facettengelenksarthrose. Diese Erkrankung entsteht durch einen zunehmenden Wasserverlust der Bandscheibe mit einhergehender Höhenminderung des Zwischenwirbelraums und folgender Verschleißveränderung an der Bandscheibe. Die kleinen Wirbelgelenke werden überlastet und es entsteht eine Arthrose wie bei großen Gelenken.

Für eine umfassende Diagnostik testen wir zunächst bei einer körperlichen Untersuchung die Beweglichkeit und lokalisieren dadurch bereits die Schmerzregionen. Mittels weiterer Methoden wie Röntgen, Magnetresonanztomografie (MRT), Computertomografie (CT) oder Szintigrafie, die wir in Kooperation mit dem Röntgeninstitut Mechernich durchführen, können die verschiedenen Ursachen für den Rückenschmerz ermittelt werden.

Mögliche Ursachen für chronische Rückenschmerzen sind z. B.:

  • rheumatische Erkrankungen
  • dauerhafte Fehlbelastung des Rückens
  • psychische Faktoren
  • krebsbedingte oder gynäkologische Erkrankungen


Behandlungsmethoden

Chronische Rückenschmerzen behandeln wir in erster Linie konservativ. Zum ganzheitlichen Therapiekonzept zählen u. a.:

  • Wärmebehandlung
  • physikalische Therapie
  • Krankengymnastik
  • medikamentöse Behandlung
  • gezielte Infiltrationen (Injektionen im Bereich der Wirbelsäule)
  • psychotherapeutische Intervention
     

Bei Schmerzepisoden über 6 Wochen empfehlen wir die Behandlung mittels multimodaler Schmerztherapie. Ergänzend empfehlen wir ein gezieltes Rückentraining. Je nach Therapieverlauf ist auch eine stationäre Behandlung unter Einbeziehungen von wirbelsäulennahen (CT- oder röntgen-kontrollierten) Infiltrationen möglich.

Endoskopische Facettendenervation

Bei Facettengelenksarthrosen kann die Facettendenervierung (Verödung) sehr oft Linderung bringen. Während eines 30-minütigen Eingriffs unter Allgemeinnarkose wird der schmerzende Rückennerv durch Hitze endoskopisch kontrolliert verödet. Diese Operation führen wir im Rahmen einer stationären Schmerztherapie durch.

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Schulter

Engpasssyndrom der Schulter

Das Engpasssyndrom, auch Impingementsyndrom (I.S.) genannt, ist eine der häufigsten Erkrankungen der Schulter. Diese entsteht, wenn im Tunnel zwischen Schulterdach und Oberarmkopf die Sehnen und der Schleimbeutel eingeklemmt werden. Die Sehnen sind Teil der sogenannten Rotatorenmanschette, die hauptsächlich das Schultergelenk stabilisiert und bewegt. Ursachen für die Erkrankungen können eine anatomisch bedingte Verkrümmung des Schulterdachs, Verkalkung oder Verschleißerscheinungen durch chronische Überbelastung des Schultergelenks sein. Mit der Zeit kommt es dann zu einer Verengung des Kanals. Die Folge sind schmerzhafte Entzündungen an Schleimbeutel und Sehnen mit einer einhergehenden Bewegungseinschränkung. 

Symptome und Diagnose

Das Engpasssyndrom der Schulter verursacht häufig Schmerzen bei Haltefunktionen und Hebebewegungen des Armes zwischen 60 und 120° Grad. Sie beginnen schleichend, treten im Verlauf jedoch auch in Ruhestellung und nachts auf. Bei der Diagnostik setzen wir zunächst auf eine körperliche Untersuchung in Verbindung mit einem ausführlichen Patientengespräch. Ergänzend führen wir eine Ultraschalluntersuchung durch. Bei Bedarf steht uns die moderne apparative Ausstattung des Röntgeninstituts Mechernich für Röntgen- und MRT-Aufnahmen zur Verfügung.

Behandlungsmethoden

Beim Impingementsyndrom oder auch bei der chronischen Kalkschulter werden zunächst konservative Behandlungsformen angewendet, die sich je nach Schweregrad der Erkrankung zusammensetzen können aus: 

  • vorübergehender Schonung des Gelenks
  • entzündungshemmenden Medikamenten
  • Injektionen mit lokalem Betäubungsmittel und Cortisonpräparaten
  • intensiver, angeleiteter und später eigenständig durchgeführter Krankengymnastik, begleitende Physiotherapie

Ist eine operative Behandlung dennoch notwendig, führen wir diese minimalinvasiv in Form einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) durch. Während der OP ist es auch möglich, eventuell entstandene Sehnenrisse zu reparieren oder einen entzündeten Schleimbeutel zu entfernen. Nach dem Eingriff schließt sich grundsätzlich eine drei- bis sechswöchige ambulante Rehabilitation mit Krankengymnastik und Physiotherapie an. 

Degenerative Rissbildung der Schultersehnen (Rotatorenmanschette)

Durch Überlastung, degenerativen Aufbrauch oder durch Verletzungen kann die sogenannte Rotatorenmanschette reißen und sich eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung der Schulter entwickeln.

Symptome und Diagnose

Die Rotatorenmanschettenruptur verläuft häufig schleichend und geht mit einer zunehmenden Gebrauchsminderung der Schulter oder des Armes einher. Der Facharzt erkennt Sehnenveränderungen mittels einer Ultraschalluntersuchung häufig schon frühzeitig. Im Zweifelsfall oder zur Überprüfung der Rissbildung kann zusätzlich eine Kernspintomtografie durchgeführt werden.

Behandlungsmethoden

Der Riss der Rotatorenmanschette sollte grundsätzlich operativ versorgt werden, insbesondere bei erheblichen funktionellen Einschränkungen der Schulter und gerade beim biologisch jüngeren aktiven Patient. Liegt eine verletzungsbedingte Rissbildung vor (häufig nach Verrenkungen der Schulter), ist eine Operation fast immer notwendig. Die Rekonstruktion der Rotatorenmanschette wird in in unserer Klinik für Orthopädie bereits seit 2008 ausschließlich endoskopisch mit speziellen Faden-Anker-Systemen als Schlüssellochmethode erfolgreich durchgeführt. Im Fall einer nicht rekonstruierbaren Manschette und insbesondere beim Vorliegen einer sekundären Arthrose des Schultergelenks kommt ggf. auch die Implantation einer sogenannten inversen Schulterprothese zum Einsatz.

Schultergelenkersatz

Ausführliche Informationen zu konservativen Behandlungsmethoden und dem Gelenkersatz an der Schulter finden Sie unter "Gelenkersatz".

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