Neue Portalpraxis im Krankenhaus Mechernich geht in Betrieb
Gemeinsame Anlaufstelle für Notfallpatienten der Zentralen Notaufnahme und des kassenärztlichen Notdienstes bringt mehr Transparenz und Patientensicherheit

Mit dem Start der neuen Portalpraxis am 4. Februar 2026 im Krankenhaus Mechernich geht ein zentraler Baustein der modernen Notfallversorgung im Kreis Euskirchen an den Start. Hintergrund der Einführung des neuen Versorgungskonzeptes ist die hohe Inanspruchnahme der Notfallversorgung am Standort Mechernich: Rund 70.000 Patientinnen und Patienten suchen jährlich entweder die Zentrale Notaufnahme (ZNA) oder den kassenärztlichen Notdienst auf. Bisher arbeiteten beide Bereiche räumlich und organisatorisch getrennt. Mit dem Start der Portalpraxis werden sie nun erstmals an einem gemeinsamen Tresen im 1. OG des Krankenhauses Mechernich zusammengeführt. Ziel der neuen Struktur ist eine frühzeitige, sichere und strukturierte Ersteinschätzung jedes medizinischen Anliegens.
Klare Orientierung für Patientinnen und Patienten
„Die Portalpraxis steht für eine zeitgemäße, gemeinsame Notfallversorgung, in der alle Beteiligten Hand-in-Hand arbeiten. Notfallpatienten müssen nicht mehr überlegen, an wen sie sich wenden, sondern werden am gemeinsamen Tresen ersteingeschätzt und direkt geleitet. Damit stärken wir sowohl die Qualität als auch die Sicherheit und Verlässlichkeit für unsere Patientinnen und Patienten und können medizinische Ressourcen gezielter einsetzen“, macht Krankenhaus-Geschäftsführer Martin Milde deutlich.
Strukturierte Ersteinschätzung von Beginn an
In der neuen Portalpraxis kommt ein kombiniertes Ersteinschätzungskonzept zum Einsatz, das zwei bewährte Triageverfahren miteinander verbindet. Der in der Notaufnahme etablierte Emergency Severity Index (ESI) dient weiterhin dazu, die medizinische Dringlichkeit einzuschätzen und lebensbedrohliche oder zeitkritische Fälle sofort zu identifizieren. Ergänzend wird das Strukturierte medizinische Ersteinschätzungsverfahren SmED eingesetzt. Das softwaregestützte, standardisierte Verfahren kommt insbesondere bei weniger dringlichen Behandlungsanlässen zur Anwendung und verhilft zu einer nachvollziehbaren Ersteinschätzung, insbesondere dann, wenn der kassenärztliche Notdienst nicht vor Ort ist. Ambulante und stationäre Versorgungsoptionen werden dabei gleichermaßen berücksichtigt und weniger dringliche Fälle belasten nicht unnötig die Notaufnahme, was sich auch positiv auf die Wartezeiten auswirkt.
Grundsätzlich gilt weiterhin:
Lebensbedrohliche und zeitkritische, medizinische Notfälle werden 24/7 schnell und qualifiziert versorgt und über die Portalpraxis direkt in die Zentrale Notaufnahme weiterleitet. In weniger dringlichen Fällen sind bis 19.00 Uhr niedergelassene Haus- und Fachärzte die erste Anlaufstelle. Zudem ist täglich der Ärztliche Notdienst unter 116 117 rund um die Uhr erreichbar.
Dienstzeiten des kassenärztlichen Notdienstes in der neuen Portalpraxis:
mittwochs 14.00 – 22.00 Uhr
samstags, sonntags & feiertags 7.30 Uhr – 22.00 Uhr
Die Umsetzung der Portalpraxis ist Ergebnis einer engen Zusammenarbeit aller Beteiligten und zeigt, wie groß die Bereitschaft ist, gemeinsam eine leistungsfähige Notfallversorgung aufzubauen. Das neue Modell ist darauf ausgerichtet, sowohl den Anforderungen des täglichen Notfallbetriebes als auch den Herausforderungen der anstehenden Notfallreform gerecht zu werden.
